Das Aufnahmegespräch

Unterstützt durch einen Integrationslotsen sorgt die hessische Kita St. Albertus von Anfang an für ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Eltern der Flüchtlingskinder.

Monika Hess hat sie auch gespürt: die Angst vor den vermeintlich falschen Fragen. Den Respekt vor den Sprachbarrieren. Wenn sie heute an ihr erstes Aufnahmegespräch mit Eltern eines Flüchtlingskindes zurückdenkt, hat sie jedoch ein gutes Gefühl. „Es war leichter als ich dachte“, sagt sie. „Wichtig ist, dass wir den Familien offen begegnen.“ Willkommenskultur – das ist in der katholischen Kita St. Albertus im hessischen Bensheim, die sie leitet, nicht nur ein Wort. Schon beim ersten Gespräch sollen die Eltern erfahren, dass ihre Kinder und sie selbst hier gut aufgehoben sind. 

Unterstützung durch Integrationslotsen

Für das Gespräch zieht Monika Hess die Hilfe eines Integrationslotsen hinzu, der übersetzt. So könnten alle sicher sein, dass wichtige Informationen nicht verloren gehen. „Trotzdem will ich die Leute nicht mit Informationen zuschütten“, sagt sie. Deshalb konzentriert sie sich auf das Wesentliche: Wie der Tagesablauf in der Kita funktioniert, was es zu essen gibt und wann die Kinder gebracht und geholt werden können. Die gut 20 Seiten Formulare und Papiere, die sonst zu so einem Termin gehören, schiebt sie erst einmal beiseite. Es sei wichtiger, die Menschen emotional abzuholen, Vertrauen zu ihnen auf zubauen. Bürokratische Hürden sind da eher hinderlich.

Das Kind steht im Mittelpunkt

Obwohl Monika Hess weder drängt noch Informationen einfordert, erzählen viele Familien ganz automatisch im Gespräch von ihren Fluchterfahrungen. Die Pädagogin interessiert dabei besonders, was das Kind erlebt hat. Auf welche Traumata oder Ängste sich das Kita-Team eventuell einstellen müssen. „Welches Lieblingsspielzeug das Kind hat, eine klassische Frage im Aufnahmegespräch, ist für mich in diesem Fall zweitrangig.“

In der katholischen Einrichtung wird mit den Flüchtlingsfamilien von Anfang an offen über Religion gesprochen. „Wir vermitteln den Eltern und Kindern, dass wir ihre Religion schätzen.“ Je offener und interessierter das Kita-Team sei, desto leichter entwickle sich eine gute Beziehung zu den Familien. „Da ist es letztlich egal, woher jemand kommt.“