Mit Taschenlampen auf Leuchtspur

Sicherheit im Straßenverkehr ist für Kinder ein wichtiges Thema. Das Projekt „Kinder forschen zu Prävention“ vermittelt die Grundlagen schon in der Kita.

Warum bin ich für Autofahrer schlecht erkennbar, wenn ich dunkle Kleidung trage? Wieso sind Warnwesten gelb gefärbt und warum leuchten sie in der Dunkelheit so gut? Solchen Fragen gehen die Kinder im „Montessori Kinderhaus“ in Troisdorf regelmäßig nach. Bei der Suche nach Antworten helfen einfache Experimente in der „Dunkelkammer“, beim „Lichtschlucker“ oder im „Schwarzlichttheater“. Dabei lernen die Kinder, dass Reflektoren Licht zurückwerfen oder Warnwesten den Kontrast zur Umgebung erhöhen und so besser sichtbar sind.

Die Idee dahinter: Erzieherinnen und Erzieher vermitteln beim spielerischen Erforschen die Grundlagen und die Motivation für sicheres Verhalten im Straßenverkehr.

 

KURZ GESAGT!

  • Kinder bewegen sich unbedarft im Straßenverkehr
  • Das Projekt „Kinder forschen zu Prävention“ schult die Gefahrenkompetenz
  • Spielerische Versuche sensibilisieren für Risiken
  • Grundlagen für sicheres Verhalten werden vermittelt

 

Kinder sind begeistert

Entwickelt wurde das Konzept für den Einsatz im Kita- und Schulalltag von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und dem Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA). Es gehört zum Projekt „Kinder forschen zu Prävention“ – die Sichtbarkeit im Straßenverkehr ist eines der Module.

Im Kinderhaus in Troisdorf sind die Kinder seit Längerem begeistert von den Experimenten. Das Präventionsprojekt wurde dort an die Montessori-Pädagogik angepasst und in den Kita-Alltag integriert. „Den Kindern stehen die Versuchsmaterialien immer frei zur Verfügung. Sie k önnen jederzeit damit forschen, wenn sie möchten“, erklärt Natascha Trommelen- Schnitzler. Für die Leiterin des Kinderhauses ist das Projekt eine gute Möglichkeit, die Entwicklung wichtiger Fähigkeiten zu unterstützen, die Kinder im Straßenverkehr benötigen.

Die Erfahrung der Kita-Leiterin ist: Kinder sind noch unbedarft im Straßenverkehr unterwegs. Oft erkennen sie Gefahren nicht. Außerdem fehlt ihnen die Aufmerksamkeit und Konzentration, um den Straßenverkehr sicher zu bewältigen.

Gut also, dass die Anregungen des Präventionsprojekts die Wahrnehmung der Kinder sensibilisieren. „Durch das eigene Erforschen und Erleben und die ständige Wiederholung lernen die Kinder am besten“, sagt die Pädagogin. Zum Beispiel wenn in einem geschlossenen Karton mit Guckloch zwei selbst gestaltete Pappfiguren verglichen werden: eine mit Warnweste, die andere in dunkler Alltagskleidung.

Workshop für pädagogische Fachkräfte

Im „Montessori Kinderhaus Troisdorf“ sind drei Erzieherinnen für „Kinder forschen zu Prävention“ zuständig. „Die Hälfte der Mitarbeiterinnen hat an einem eintägigen Präventions-Workshop beim IFA teilgenommen und die Forschungsideen kennengelernt. Der Rest ist aber ebenso begeistert“, sagt Trommelen-Schnitzler. Auch die Eltern befürworten das Projekt, das bereits positive Ergebnisse gebracht hat. Im Gespräch mit den Kindern bemerken die Erzieherinnen immer wieder, dass sich deren Bewusstsein und Wissen zur Sicherheit im Straßenverkehr entwickelt.

Auch in der Praxis wird die Veränderung deutlich: Bei der jüngsten Nachtwanderung leuchteten die Kinder ausdauernd mit ihren T aschenlampen in die Finsternis. Sie hielten nach Reflektoren Ausschau.

 

KINDER FORSCHEN ZU PRÄVENTION

„Kinder forschen zu Prävention“ ist ein gemeinsames Projekt der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV.

Das Projekt umfasst bislang fünf Praxismodule mit Experimentierkarten, Vorlagen und Informationen.

Angelehnt an das Konzept der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ wird durch eigenständiges Erforschen die Gefahrenkompetenz der Kinder in verschiedenen Bereichen geschult. Neben Sichtbarkeit im Straßenverkehr sind Lärm, Hygiene und Hautschutz, Haushaltsgifte und Stolpern – Rutschen – Stürzen die zentralen Themen.

Mit den umfangreichen Informationen können interessierte pädagogische Fachkräfte sofort in das Projekt einsteigen. Erforderlich ist Alltagsmaterial, das in den meisten Kitas vorhanden ist.

Infos und Materialien zum Projekt unter:
www.dguv.de, Webcode: d104325 oder
www.ukrlp.de, Webcode: b1006