So läuft es (sich) gut

Die Frage nach dem richtigen Schuhwerk in Kitas beschäftigt viele Erzieherinnen und Erzieher. Dörte Bockermann von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege gibt Antworten.

Frau Bockermann, immer wieder kommt die Frage nach speziellen Schuhen für Erzieherinnen und Erzieher auf. Gibt es diese?

Nein, die gibt es nicht. Für die besonderen Erfordernisse in der Kita sind allerdings nicht alle Schuhe gleich gut geeignet. Schließlich muss zum Beispiel in der Krippe oft auf dem Boden rumgekraucht und auch mal schnell gelaufen werden.

Crocs in der Kita – was halten Sie davon?

Nichts – sie sind genauso wie Flip-Flops völlig ungeeignet, weil sie dem Fuß keinerlei Halt geben und die Sohle nicht flexibel genug ist. Stiefel oder andere Schuhe mit langem Schaft sind für die Innenräume allerdings ebenso schlecht.

Welche Schuh-Art würden Sie stattdessen empfehlen?

Pauschal ist das schwer zu beantworten. Es gibt den perfekten Arbeitsschuh genauso wenig wie den perfekten Freizeitschuh. Der eine hat eine verkürzte Achillessehne und braucht einen leichten Absatz, der dann allerdings breit sein muss. Die andere trägt Sportschuhe einer bestimmten Marke, in denen sie sich am wohlsten fühlt.

Worauf kommt es bei Schuhen in der Kita an?

Sie sollten bequem und für den jeweiligen Arbeitsbereich geeignet sein. Dabei kommt es auch auf das Kita-Konzept und den Bodenbelag an: Beim offenen Konzept, wo vielleicht auch in einer Werkstatt gearbeitet wird, sind geschlossene Schuhe angezeigt. Im Bewegungsraum ist es wiederum wichtig, eine flexible, rutschsichere Sohle und maximal knöchelhohe Schuhe zu tragen. Bei mehreren Etagen ist darauf zu achten, dass die Treppe sicher genommen werden kann.

Was empfehlen Sie in Nassräumen oder im Speiseraum?

Wo es rutschig ist oder mit heißen Speisen und Getränken hantiert wird, sind die rutschsicheren Sohlen besonders wichtig.

Wer ist für die Auswahl der Schuhe verantwortlich?

Grundsätzlich ist die Auswahl der Schuhe jeder Erzieherin und jedem Erzieher selbst überlassen – schließlich werden auch keine Kosten dafür vom Arbeitgeber übernommen. Allerdings hat die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Möglichkeit festzulegen, welche Schuhe während der Arbeit nicht getragen werden dürfen – wie zum Beispiel Highheels, Flip-Flops oder Crocs. Grundsätzlich empfehle ich, bei diesem Thema unbedingt die Erzieherinnen und Erzieher zu beteiligen! Schließlich sind die Geschmäcker und Bedürfnisse unterschiedlich.

Welche Schuhe empfehlen Sie für Kinder?

Kinder haben noch speziellere Erfordernisse als Erzieherinnen und Erzieher: Je nach Alter und motorischen Fähigkeiten können Kinder ihre Schuhe nicht so einfach an- und ausziehen wie Erwachsene. Außerdem sind sie viel agiler – sie krabbeln, knien, sitzen auf dem Boden, laufen und springen. Die Schuhe müssen für alle Situationen möglichst gut funktionieren. Sie müssen genügend Halt geben und gleichzeitig flexibel genug sein, damit sie nicht drücken, wenn die Kinder knien, und damit die Kinder im Bewegungsraum die Bodeneigenschaften spüren können. Sie müssen vor Nässe im Nassbereich schützen und gleichzeitig sollen die Kinderfüße darin nicht so sehr schwitzen. Die Kinder müssen sich in ihren Schuhen wohlfühlen und mit ihnen sicher durch den Tag kommen. Wir brauchen also die „eierlegende Wollmilchsau“. Crocs und Flip-Flops sind auch für Kinder völlig ungeeignet.

 

KINDERFÜSSE…

…sind sind anatomisch anders als Erwachsenenfüße. So hat jedes Kleinkind einen lockeren, leichten Knickfuß. Das liegt an der Beinstellung, die sich verändert.

  • Gegen Ende des zweiten Lebensjahres wird aus dem O-Bein ein X-Bein.
  • Etwa im sechsten Lebensjahr stellt sich die Beinachse annähernd gerade ein und es kommt zu einer Aufrichtung des Fußes.
  • Auch in der Kita brauchen Kinderfüße so viel Flexibilität und Freiheit wie möglich. Statt eines klassischen Hausschuhs sind daher Anti-Rutsch- Socken oder Gymnastikschläppchen zu empfehlen.

 

TIPPS FÜR EINEN GUTEN SCHUH

  • An den Zehen auf Luft nach vorn achten – etwa eine Daumenbreite bis zur Schuhspitze ist ausreichend.
  • Die richtige Weite wählen: Der Schuh umschließt den Fuß seitlich, ohne ihn einzuengen.
  • Am besten lässt sich die Weite mit Schnürsenkeln oder Klettverschlüssen individuell regulieren.
  • Eine gute Wahl sind Schuhe mit einer gut profilierten Sohle.
  • Besonders wer viel steht oder geht, liegt mit flachen Schuhen goldrichtig.
  • Im Fersenbereich reduziert eine Dämpfung den Druck.
  • Eine anschmiegsame Innensohle sorgt dafür, dass der Fuß sich sein eigenes, passendes Bett schaffen kann.
  • Mehrere Paare im Wechsel tragen – das stimuliert die Füße.