Mit Knirpsen unterwegs

Schon die Kleinsten freuen sich, wenn es heißt: „Wir gehen eine Runde!“ Oft führt der Weg dann auf einen Spielplatz in der Nähe. Manche sind für den Besuch mit Krippenkindern sehr gut, manche jedoch weniger geeignet.

Immer der gleiche Spielplatz? Abwechslung bei den Ausflugszielen braucht es aus Sicht der Kinder nicht. Soll es aber doch einmal ein anderer als der übliche Spielplatz sein, empfiehlt Herbert Hartmann, Aufsichtsperson bei der Unfallkasse Hessen, vor einem ersten Besuch den Ort genauer in Augenschein zu nehmen, damit böse Überraschungen vermieden werden. Öffentliche Spielplätze, die schmuddelig wirken, verdreckt sind und bei denen mit Scherben etc. auf dem Boden und im Sandkasten gerechnet werden muss, aber auch solche ohne jeden Schatten sind weder für Krippenkinder noch für Ältere das Richtige. „Ein Ausschlusskriterium wäre für mich auch, wenn der Spielplatz nicht ausreichend hoch eingezäunt, die Umgebung jedoch unübersichtlich oder nicht sicher ist. Wenn etwa eine Straße oder auch ein Gewässer daneben verläuft“, ergänzt Herbert Hartmann.

 

KURZ GESAGT!

  • Öffentliche Spielplätze sind selten vollständig für unter Dreijährige geeignet
  • Auch deshalb: besonders hohe Anforderungen an Aufsicht
  • Krippenwagen mit Bedacht auswählen und Probe fahren

 

Besondere Aufsicht bei Klettergerüst und Co.

Auch ein Blick auf die Spielgeräte sei wichtig. „Spielplatzgeräte, die für Krippenkinder geeignet sind, haben bereits ab 60 cm Podesthöhe eine Brüstung, sie sind insgesamt viel niedriger gebaut, die Rutschen sind kürzer und flacher. Leider macht sie das für ältere Kinder eher unattraktiv“, erklärt der Experte.

Auf öffentlichen Spielplätzen findet man also in der Regel auch immer Spielgeräte, auf denen U3-Kinder eigentlich nicht spielen sollten, weil sie für diese Altersstufe nicht ausreichend sicher sind. Was, wenn der fast Dreijährige trotzdem auf dem Klettergerüst kraxeln oder die große Rutsche ausprobieren will? Das ist möglich, wenn das Kind reif genug dafür ist und das Spielgerät es von seiner Bauart ermöglicht, dass eine erwachsene Person jederzeit unmittelbar eingreifen und zupacken kann, sollte es notwendig werden.

In der Praxis bedeutet das: Man erlaubt den Kleinen grundsätzlich nur dann ein Spielgerät zu nutzen, wenn jemand für Hilfestellungen und Beaufsichtigung direkt dabei ist. Herbert Hartmann macht noch mal deutlich: „Die Fachkräfte müssen das wirklich im Blick haben und dürfen sich nicht darauf verlassen, dass die Kinder sich daran erinnern und auch daran halten.“

Auch Krippenkinder haben Spaß am Ausflug auf den Spielplatz, wenn es dort für sie geeignete Spielmöglichkeiten gibt.

 

Unterwegs mit dem Krippenwagen

Wenn sich alle müde gespielt haben oder hungrig werden, geht es zurück zur Kita. Praktisch sind dann – gerade auch bei längeren Wegstrecken – spezielle Krippenwagen. Darin haben nicht nur erschöpfte Kinder, sondern auch das Ausflugsgepäck Platz. Es lohnt sich, vor einer Anschaffung sehr genau zu überlegen, für welches Gelände und für welche Zwecke der Wagen genutzt werden soll. Herbert Hartmann empfiehlt: „Wenn möglich, sollten die Erzieherinnen und Erzieher den Wagen vorher Probe fahren. Nur weil eine andere Einrichtung gut mit ihrem Modell klarkommt, muss das nicht heißen, dass es auch für sie das richtige ist.“ Eine exzellente Feststellbremse, große Luftreifen, ergonomische Griffe, Anschnallmöglichkeiten und insgesamt eine gute Handhabung seien wesentliche Kriterien, zählt der Experte auf und rät dazu, sich bei der Auswahl Zeit zu nehmen und sich beraten zu lassen.

Auch wenn dann der richtige Krippenwagen gefunden und im Einsatz ist: Manches ergibt sich erst in der täglichen Praxis. Eine erfahrene Erzieherin etwa setzt die Kinder erst in den Wagen, wenn sie gar nicht mehr laufen möchten. „Bei uns ist es sehr bergig. Schiebe ich mehr als drei Krippenkinder alleine, bekomme ich direkt Rückenschmerzen“, berichtet sie. Inzwischen gibt es auch Krippenwagen mit E-Motor, in ihrer Einrichtung muss man auf diesen „Luxus“ noch verzichten. Darum wechselt sie sich regelmäßig mit ihren Kolleginnen ab und motiviert die Knirpse, selbst zu laufen. „Singen hilft“, lacht sie. So ist bei Ausflügen immer auch ein bisschen Improvisation nötig. Aber darin sind Erzieherinnen und Erzieher ja Profis.

 

WIE ERKENNT MAN EINEN GUTEN SPIELPLATZ?

Infos dazu gibt es von der
Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.: www.kindersicherheit.de, Suchwort: Spielplatz