Illustration von drei Kindern, die über Baumstümpfe klettern.

Den Motor anwerfen

Toben, Spielen, die Gegend erkunden: Für Kinder ist regelmäßige Bewegung enorm wichtig. Wie Kitas auch in Corona-Zeiten Bewegung von Kindern auf dem Außengelände fördern können, erklärt Julian Mädrich von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

Bewegung treibt die Entwicklung von Kindern wie ein Motor an. Dieser fördert Gesundheit, Motorik sowie kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten. Wegen der Regeln zur Eindämmung der Pandemie bekommen viele Kinder seit Monaten jedoch zu wenig davon. Vor allem diejenigen, die in den Innenstädten oder ohne Garten wohnen, trifft es besonders schwer. „Dann können die Kinder ihren Bewegungsdrang oft nicht richtig ausleben“, sagt Julian Mädrich von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

 

KURZ GESAGT!

  • Für Kitas geeignete Publikationen zur Bewegungsförderung
  • Kitas sollten Bewegungskonzepte anpassen
  • Mit etwas Kreativität und Ideenreichtum lassen sich Bewegungsimpulse setzen

 

Angesichts der Pandemie hat Julian Mädrich gemeinsam mit anderen Fachleuten des Referats für Sport und Bewegungsförderung Ideen und Konzepte entwickelt, wie Grundschulen ihren Schulhof nutzen können, um für mehr Bewegung zu sorgen. So hat die Unfallkasse Rheinland-Pfalz etwa das Buch „Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe“ situationsbedingt angepasst. Und es wurden Videos produziert, die zeigen, wie sich die Übungen im Schulalltag unter Corona-Bedingungen praktisch umsetzen lassen.

Von diesen Materialien zur Bewegungsförderung können auch Kitas profitieren. „Einige Inhalte sind für die Kita anpassbar und können gut umgesetzt werden, ohne die Kinder zu überfordern“, sagt Mädrich. Zudem empfiehlt der Experte, dass die Einrichtungen jetzt überlegen, wie sie vermehrt Bewegung in ihren Kita-Alltag integrieren können. Denn Bewegungsimpulse sind derzeit wichtiger denn je – natürlich unter Beachtung der jeweils geltenden Hygieneregeln.

Gut ist es, wenn Kitas vor allem das Außengelände der Einrichtung für Bewegungsspiele nutzen. Denn viele scheuen sich aufgrund der Ansteckungsgefahr, Ausflüge mit den Kindern zu unternehmen. Das Außengelände bietet die Möglichkeit, dem Bewegungsdrang an der frischen Luft gerecht zu werden. Aber wie lassen sich nun die Ansätze für die Grundschulen in Kitas umsetzen?

Spiel und Bewegung mit Abstand

„Das angeleitete Spiel ist ebenso wichtig wie das freie Spiel, da man schon mit kleinen Impulsen viel bewirken kann“, sagt Mädrich. So zum Beispiel die Bewegungsgeschichte „Waldlauf“. Dabei stehen die Kinder draußen in einem großen Kreis, während die pädagogische Fachkraft die Waldlauf-Geschichte erzählt. Die Kinder laufen auf der Stelle. Auf bestimmte Signalwörter f ühren sie verschiedene Bewegungen aus, zum Beispiel müssen sie sich tief ducken bei „Achtung – Zweig“ oder hochspringen bei „Achtung – Baumstamm“. Das Spiel lässt sich beliebig abwandeln und die Fantasie der Kinder kann gut einbezogen werden. Damit wird nicht nur die Motorik, sondern gleichzeitig die Sprache und Vorstellungskraft gefördert.

Ebenso geeignet für Kita-Kinder ist der „Klatschkreis“, bei dem es darum geht, das In-die-Hände-Klatschen ohne Berührung von Kind zu Kind durch die Runde zu schicken, oder auch das Spiel „Flaschendrehen“. Dabei wird eine Flasche in der Mitte des Kreises gedreht und das Kind, auf das die Flasche zeigt, darf eine Bewegungsaufgabe für alle stellen.

Grundsätzlich lässt sich mit einem Konzept, guter Organisation und einer Prise Kreativität wieder viel Bewegung in den Alltag der Kinder zurückbringen. Das gilt auch für die Eltern. „Kitas sollten auch an die Eltern appellieren, bewusst mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren“, erklärt der Experte. Weil das Erkunden der Welt, wie die Kinder es zuvor gewohnt waren, eine ganze Zeit lang nicht mehr möglich war, ist das jetzt umso wichtiger.

Denn auch in kleinen Arealen können Kinder viel entdecken. Beim morgendlichen Brötchenholen mit Papa beim Bäcker um die Ecke, Spielen im Garten oder auf dem Fußweg zur Kita.

 

WAS AUSSER BEWEGUNG NOCH WICHTIG IST

Corona stellt den Kita-Alltag auf den Kopf. Auch die Unfallkasse Rheinland-Pfalz hat deshalb hilf-reiches Material für die Praxis zusammengestellt, etwa Erklär- Videos einer Kita zu Händewaschen und Mundschutz, Ideen zur Sensibilisierung der Kinder für Hygieneregeln, eine Bildergeschichte und ein Seifenexperiment unter:

kita-sicher-gesund.de > „Achtung! Neuigkeiten“

Umfangreiche Infos außerdem über:
www.dguv.de/corona-bildung/kitas

 

 

Das angepasste Buch „Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe“ der Unfallkasse Rheinland- Pfalz mit Videos zu einigen Bewegungsspielen gibt es unter:

bildung.ukrlp.de > Webcode: b1684

Auch die DGUV-Information 202-050 „Wahrnehmen und Bewegen“ enthält viele Übungen und Spiele, die gut an die Situation anpassbar sind:

publikationen.dguv.de > Webcode: p202050