Frühförderung nötig? Kritische Elterngespräche führen

Sarah Rudolph, Psychologin in der Jugend-, Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Caritasverbandes für Stadt und Landkreis Hildesheim

Eltern wollen in der Regel erfahren, wie ihr Kind in der Kita erlebt wird, welche Fortschritte es dort macht und wie es mit anderen Kindern sowie den Erzieherinnen und Erziehern zurechtkommt. Deshalb ist ein wertschätzen­des allgemeines Feedback zum Kind vorab eine gute Vor­aussetzung, um im Elterngespräch auch kritische Punkte anzusprechen. Zudem sollten Sie den Eltern ausreichend Gehör verschaffen: Aktives Zuhören und Spiegeln – also in eigenen Worten wiedergeben, was man gehört hat – sind hilfreiche Methoden.

Für den herausfordernden Teil des Elterngespräches sollten Sie sich vorbereiten. Sie können beispielsweise die Themen und das Ziel des Gesprächs vorab notieren, so dass diese als Anker oder roter Faden dienen: Aus welchen Beobachtungen schließen Sie, dass das Kind Frühförde­rung benötigen könnte? Was wären Ihrer Meinung nach gute nächste Schritte, um das Kind zu unterstützen?

Wenn Sie einen motorischen Förderbedarf für ein Kind empfehlen wollen, erklären Sie den Eltern den Zusammen­hang von Bewegung und sprachlicher und kognitiver Ent­wicklung, also wie Kinder ihre Umgebung durch Bewegung begreifen und wie sie durch motorisches Erleben Sprache erlernen. Auch hier helfen Ihnen Notizen dabei, im Ge­spräch souverän und sicher aufzutreten.

Orientieren Sie sich sprachlich an den Eltern. Vermeiden Sie dabei, sie mit Informationen zu über­, aber auch zu un­terfordern. Wenn Sie konkrete Ideen haben, wie, wo und von wem das Kind gefördert werden könnte, geben Sie den Eltern die entsprechenden Informationen – am besten schriftlich – mit.