Spielen für mehr Sicherheit

Bewegungsspiele fördern die Motorik und wirken sich positiv auf Wahrnehmung, Gleichgewicht und Reaktion aus. Das kommt auch der Verkehrserziehung zugute.

Was hat Verkehrssicherheit mit Bewegungsförderung zu tun? „Kinder mit motorischen Defiziten haben ein höheres Risiko, einen Unfall zu erleiden“, sagt Martin Kraft von der Deutschen Verkehrswacht. Das gilt sowohl für den Straßenverkehr als auch für Unfälle in der Kita und zu Hause. Viele Stürze seien beispielsweise auf einen mangelnden Gleichgewichtssinn zurückzuführen, viele Zusammenstöße auf geringe Reaktionsfähigkeit. Hinzu kommt, dass Kinder, die wenig Kraft und Körperkoordination haben, sich nicht mit den Händen abfangen können und mit dem Kopf auf dem Boden aufprallen.

 

KURZ GESAGT!

  • Viele Stürze entstehen durch mangelndes Gleichgewicht
  • Bewegung schult die Körperwahrnehmung
  • Mit Spielen unterschied­liche Schwerpunkte setzen
  • Bewegung macht fit und selbstbewusst

 

Meist hatten diese Kinder in den frühen Lebens­jahren nicht ausreichend viele Bewegungsmög­lichkeiten: Laufen und Springen, Kriechen, Klet­tern, Steigen, Balancieren, Hängen, Schwingen, Schaukeln, Ziehen, Schieben, Tragen, Werfen und Fangen. „Alles motorische Fähigkeiten, die spielerisch geschult werden können“, sagt Mar­tin Kraft. Das ist auch in der Kita möglich. Un­geübte Kinder profitieren am meisten davon. Denn: Kontinuierliche Bewegung macht fit und selbstbewusst.

Man kann nicht früh genug anfangen, Bewegung als festen Bestandteil in den Alltag einfließen zu lassen. Für Kinder im Vorschulalter bieten sich sowohl freie als auch angeleitete Bewegungs­spiele an. Die freien Bewegungsspiele fördern die Kreativität der Kinder und ihre Fähigkeit, selbst Regeln aufzustellen. Die angeleiteten An­gebote bieten den Erzieherinnen und Erziehern mehr Möglichkeiten, einzelne Schwerpunkte der Motorik gezielter zu fördern.

 

ÜBER DIE BEWEGUNG

  • erschließt sich das Kind seine Umwelt
  • macht das Kind mit unterschiedlichen Materialien Erfahrung
  • erlebt das Kind soziale Kontakte
  • lernt das Kind, seine Bewegungen zu koordinieren und zu beherrschen

Quelle: DGUV Information 202-062; Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung in Kindertageseinrichtungen

 

Diese Bewegungsspiele machen Spaß und lassen sich einfach umsetzen:

Stopp

Für 4 bis 20 Kinder ab 3 Jahre
Material: 1 Tamburin, 1 Schlägel, Straßenmalkreide oder Malerkrepp­-Band
Verlauf: Mit der Kreide wird eine dicke Linie auf den Boden gezeichnet. Die Kinder stellen sich nebeneinander auf, beginnen mit dem schnellen Schlag des Tamburins auf die Linie zuzulaufen, steigern ihr Tempo und versuchen,
abrupt stehen zu bleiben, wenn ein besonders lauter Schlag des Tamburins ertönt, spätestens jedoch dann, wenn sie die Linie erreichen.
Training: Wahrnehmung, Reaktion

Grünes Licht

Für 4 bis 25 Kinder ab 3 Jahre
Material: 1 roter und 1 grüner Ball
Verlauf: Die Kinder verteilen sich im Raum – die Erzieherin oder der Erzieher steht an einem festen Platz. Wird ein grü­ner Ball hochgehalten, bewegt sich die Gruppe frei im Raum umher. Wird der rote Ball hochgehalten, müssen alle in ihrer Bewegung verharren. Wenn es wieder „grünes Licht“ gibt, wird eine neue Gang­art angesagt. Besonderen Spaß macht es, wenn die Fortbewegungsarten häufig gewechselt werden, z. B. hüpfen, schlei­chen, trippeln, stampfen, rückwärtsge­hen, galoppieren, tänzeln, schlurfen etc.
Training: Ausdauer, Gleichgewicht, Konzentration

Neben, vor und hinter

Für 2 bis 25 Kinder ab 5 Jahre
Material: Stühle, 1 Glöckchen oder ein anderes Instrument
Verlauf: Alle Kinder stehen hinter ihren Stühlen, die sie im Raum verteilt haben. Die Erzieherin oder der Erzieher sagt nach einem Signal eine Farbe und eine Tätigkeit an, z. B. „Rot – auf einen Stuhl stellen“ oder „Gelb – neben den Stuhl hocken“ etc. Alle Kinder, die ein Kleidungsstück in der angesagten Farbe tragen, führen die Tätigkeit aus. Hat jemand mitgemacht, der nichts von dieser Farbe an sich trägt, muss er sich auf seinen Stuhl setzen.
Training: Konzentration, Reaktion

 

WEITERE BEWEGUNGSSPIELE