Ein Mann sitzt auf Wolken und genießt eine Pause, umgeben von fröhlichen Symbolen.

PausenGute Erholung!

Pausen in der Kita sind kein Luxus: Echte Erholung stärkt Gesundheit, Konzentration und Leistung. Klare Regeln im Team helfen bei der Umsetzung.

kurz & knapp

  • Echte Pausen fördern Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
  • Klare Regeln und Vorbildverhalten erleichtern die Umsetzung.
  • Mikropausen helfen – ersetzen aber keine echte Pause.

Der Tag ist wieder hektisch: Die Jahrespraktikantin ist heute in der Schule, ein weiterer Kollege besucht eine Fortbildung, ein Elterngespräch muss noch vorbereitet werden. Für eine Pause bleibt eigentlich keine Zeit. Es ist verständlich, wenn pädagogische Fachkräfte unter herausfordernden Bedingungen ihre Pause ausfallen lassen, doch das ist kontraproduktiv. Abgesehen davon, dass man es leicht an sich selbst beobachten kann, belegen zahlreiche Studien klar, dass Unfallrisiko, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie gesundheitliche Aspekte unmittelbar damit zusammenhängen, ob Beschäftigte Pausen machen – oder eben nicht.

„Wir wissen seit Langem, dass Pausen viele positive Effekte haben – mehr, als man gemeinhin denken mag“, erklärt Christiane Golze, Referentin bei der DGUV Akademie. Das Thema „Pause“ begleitet sie beruflich bereits seit vielen Jahren. Es gehe dabei nicht allein darum, in Ruhe etwas zu essen, so die Fachfrau, und sicher auch nicht darum, ungestört eine halbe Stunde im Handy bei Tiktok und Instagram zu scrollen oder die Mails zu checken. „Den Beschäftigten helfen nur echte Pausen, in denen sie komplett von der Arbeit abschalten können.“

Eine Umfrage zeigt allerdings, dass gerade diejenigen ihre Pause häufig vernachlässigen, die sie am nötigsten hätten – etwa Beschäftigte, die unter Zeitdruck stehen oder im sozialen Bereich arbeiten. „Besonders häufig fallen Pausen bei denjenigen aus, die auch durch andere Arbeitszeitanforderungen belastet sind“, heißt es dazu in einem Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).1

Mit gutem Beispiel voran

Was also tun? „Wichtig ist, dass die Leitung einer Kita mit gutem Beispiel vorangeht. Sie hat eine Vorbildfunktion“, so Golze. Gleichzeitig müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. „Die Kitaleitung muss dafür sorgen, dass ihr Team ausreichend Zeit und Gelegenheit für Erholungspausen bekommt. Es braucht klare und verlässliche Regelungen“, erklärt die Fachfrau.

Dazu gehören Antworten auf Fragen wie: Wer geht wann in die Pause? Wer vertritt währenddessen? Wer ist beim Essen der Kinder dabei, wer isst in Ruhe allein? Gibt es die Möglichkeit, eine Runde um den Block zu laufen oder sich für einen kurzen Powernap ungestört hinzulegen?

Sinnvoll ist eine Art Bestandsaufnahme, zum Beispiel zu Beginn einer Dienstbesprechung: Was läuft gut in Sachen Pause, was nicht? Was wünschen sich die Beschäftigten?

Mikrokurzer Energiekick

Christiane Golze betont, dass eine längere Pause zwar immer sinnvoll sei, „aber auch Mikropausen haben einen erstaunlichen Erholungswert!“ Man konnte nachweisen, dass sie sowohl das Wohlbefinden als auch die Leistungsfähigkeit steigern können.

Mikropausen sind nur wenige Minuten lang – der bewusste Blick aus dem Fenster, ein wohliges Räkeln nach längerer, starrer Haltung oder ein Moment des tiefen Atmens mit geschlossenen Augen. Besonders zwischen zwei unterschiedlichen Aufgaben bieten sie sich an. Golze: „Mikropausen wirken wie ein Energiekick.“ Einen Ersatz für eine vollwertige Pause stellen sie jedoch nicht dar.

Pausen planen

Damit Beschäftigte ausreichend Planungssicherheit haben, sollte der Dienstplan festgelegte Pausen ausdrücklich berücksichtigen. Dies gilt letztlich auch als Qualitätskriterium für eine Einrichtung.

Was aber, wenn Beschäftigte ihre Pausen dennoch häufig durcharbeiten? Golze sagt dazu: „Das ist in der Tat problematisch und sollte die Ausnahme bleiben. Das Team muss dann überlegen, was die Ursachen sind und wie Arbeit und Aufsicht so organisiert werden können, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen auch machbar sind.“

Ein solches Gespräch anzustoßen, ist wiederum Leitungsaufgabe. „Die Kitaleitung hat eine Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Eine Beratung durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder eine Aufsichtsperson der Unfallversicherungsträger sowie Qualifizierungs- und Schulungsangebote können dazu beitragen, Leitung und Team für diese Thematik zu sensibilisieren. Schließlich geht es um die Gesundheit – und nicht allein um das Einhalten gesetzlicher Vorgaben.

Gesetzliche Vorgaben zu Pausen

Beschäftigten über 18 Jahren steht laut § 4 Arbeitszeitgesetz nach einer Arbeitszeit von mehr als 6 und bis zu 9 Stunden eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten zu. Arbeiten sie länger als 9 Stunden, müssen sie mindestens 45 Minuten Pause machen. Die Pausen müssen nicht am Stück genommen, sondern können auch in Abschnitte von je 15 Minuten aufgeteilt werden. Für Jugendliche unter 18 Jahren gelten die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

  1. BAuA: Bericht kompakt „Ausfall von Ruhepausen in Deutschland“: www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Bericht-kompakt/Ruhepausen ↩︎