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FachmeinungGesunde Pausen gestalten

Gesunde Pausen schaffen Raum für Erholung und helfen, neue Energie für den Kita-Alltag zu sammeln. Die bewusste Auszeit kann Konzentration, Wohlbefinden und sogar das Teamklima spürbar stärken.

Zunächst eine ganz einfache Frage: Was ist eine „gesunde Pause“?

Laut Definition ist eine Pause zunächst schlicht die Unterbrechung einer Tätigkeit. Was diese Unterbrechung zu einer gesunden Pause macht, ist individuell ganz unterschiedlich. Es ist zum einen von der Tätigkeit, zum anderen von den Bedürfnissen der Beschäftigten abhängig. Eine Erzieherin benötigt eine andere Pause als ein Paketbote oder ein Bauarbeiter. Was für alle gilt: Eine gesunde Pause wirkt sich positiv auf die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden aus, sie reduziert Stress, gibt neue Energie und senkt das Risiko für Unfälle.

Gibt es etwas, das man vermeiden sollte, um den Erholungswert der Pause nicht zu schmälern?

Ja! Pause heißt Pause – und nicht „endlich in Ruhe eine Dokumentation machen, während ich ein Käsebrot esse“. Während dieser Zeit ist die Tür zu und man steht für berufliche Gespräche und Angelegenheiten nicht zur Verfügung. Nicht für Kolleginnen, Eltern oder Kinder. Und so schwer es fällt: Auch das Handy sollte in dieser Zeit in der Tasche bleiben. Abschalten lautet die Devise, und das gilt auch für Computer und Smartphone.

Wie können Leitung und Team gemeinsam für gesunde Pausen sorgen?

Aus meiner Sicht spielt die Teamkultur eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, gesunde Pausen im Kita-Alltag zu verankern. Leitungen sollten hier unbedingt mit gutem Beispiel vorangehen und eine echte Pausenkultur etablieren – also Pausen nicht nur ermöglichen, sondern aktiv kommunizieren und vorleben. Außerdem hilft es, feste Pausenzeiten im Tagesablauf zu verankern, etwa am Vor- und Nachmittag, damit Erholung planbar wird. Wichtig ist auch, unterschiedliche Pausenformen zu berücksichtigen: aktive Pausen, in denen zum Beispiel ein kurzer Spaziergang oder Bewegungseinheiten für Ausgleich sorgen, und passive Pausen, die bewusstes Ausruhen ermöglichen – etwa in einem Rückzugsraum für kurze Entspannungseinheiten wie Powernaps oder progressive Muskelentspannung. Dafür braucht es natürlich geeignete Rahmenbedingungen, etwa Ruhe- und Pausenräume, in die sich das Team wirklich kurz zurückziehen kann.

Was kann eine Leitung tun, wenn sie merkt, dass die Mitarbeitenden nur unregelmäßig Pausen machen?

Wenn eine Kitaleitung merkt, dass Pausen im Team zu kurz kommen, sollte sie zunächst die Arbeitsorganisation prüfen: Sind Pausen überhaupt möglich und ist die Erreichbarkeit klar geregelt? Gleichzeitig behält sie das Wohlbefinden der Mitarbeitenden im Blick und kann gemeinsame bewegte Pausen anbieten.

Zur Person

Portrait von Christiane Golze
Christiane Golze befasst sich als Referentin bei der DGUV Akademie seit mehreren Jahren mit dem Thema „Pause“ und hat einen umfassenden Überblick über die aktuellen Empfehlungen.
Foto: DGUV Akademie

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