Eine Gruppe von Kindern und einer Betreuerin schaut gemeinsam auf ein Tablet.

KindermedienschutzDigitale Welt: Bestandsaufnahme zum Kinder- und Jugendschutz vorgelegt

Eine vom Bundesfamilienministerium eingesetzte Expertenkommission legt eine Bestandsaufnahme zum digitalen Kinder- und Jugendschutz vor – mit wichtigen Impulsen für Medienbildung in Kitas und Familien.

Digitale Medien gehören längst zur Lebenswelt von Kindern. Die unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat nun eine umfassende Bestandsaufnahme veröffentlicht. Sie analysiert Chancen, Risiken, Medienbildung, Prävention sowie rechtliche Rahmenbedingungen und soll Grundlage für Handlungsempfehlungen sein, die Ende Juni 2026 folgen. Ein Abschlussbericht ist für Mitte September vorgesehen.

Für Kitas ist besonders relevant, dass digitale Medien nicht erst im Schulalter eine Rolle spielen. Medienbildung findet bereits in Familien, Kitas, Schulen und außerschulischen Angeboten statt, ist aber laut Bestandsaufnahme nicht flächendeckend, häufig nicht verbindlich und in ihrer Qualität stark abhängig von Bundesland, Einrichtung und einzelnen Fachkräften. Zudem werden Eltern und Fachkräfte bislang nur fragmentiert unterstützt; die frühe Kindheit wird nach Einschätzung der Kommission noch zu wenig systematisch berücksichtigt.

Schutz bedeutet mehr als Kontrolle der Bildschirmzeit

Die Kommission macht deutlich, dass Kinder- und Jugendschutz in digitalen Räumen nicht allein über Bildschirmzeiten diskutiert werden kann. Entscheidend sind auch Inhalte, Plattformgestaltung und die Begleitung durch Erwachsene. Genannt werden Risiken wie Cybermobbing, Hate Speech, Kostenfallen, Cybergrooming, KI-generierte sexualisierte Inhalte, Dark Patterns, Deepfakes, Desinformation und simulierte soziale Interaktion. Gleichzeitig eröffnen digitale Räume Chancen für Teilhabe, Identitätsentwicklung und individualisiertes Lernen.

Konsequenzen für den Kita-Alltag

Für den Kita-Alltag bedeutet das: Einrichtungen brauchen eine pädagogisch begründete Medienpraxis, klare Schutz- und Datenschutzregeln sowie Orientierung für die Zusammenarbeit mit Eltern. Digitale Bildung sollte Kinder nicht unbegleitet an Geräte heranführen, sondern sie altersgerecht stärken: beim Fragenstellen, Ausprobieren, Einordnen, Gestalten und beim Erleben verlässlicher Grenzen. Kitaleitungen sind dabei gefordert, Medienbildung, Prävention und Kinderschutz als gemeinsame Qualitätsaufgabe im Team zu verankern.

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