Kicken, Flanken, Forschen – „Forscht mit“ rund um den Fußball

Alle drei Monate erscheint „Forscht mit!“ – die pädagogische Fachzeitschrift der Stiftung Kinder forschen. Die aktuelle Ausgabe 2/2024 „Kicken, Flanken, Forschen“ steht dabei ganz im Zeichen des Fußballs. Denn Fußball ist nicht nur ein unterhaltsamer Sport, der Gemeinschaft und Bewegung fördert, sondern auch ein spannendes Forschungsfeld: Aus welchen geometrischen Formen besteht das Spielfeld? Wie funktionieren die verschiedenen Balltechniken? Und wozu gibt es eigentlich Spielregeln?

Das E-Paper der Ausgabe kann auf der Website der Stiftung kostenfrei heruntergeladen werden. Jede Einrichtung, die bei der Stiftung Kinder forschen mitmacht, bekommt das Heft außerdem kostenfrei zugeschickt.

Zur Ausgabe „Kicken, Flanken, Forschen“

Mint geht digital: E-Book mit Praxistipps

Der erste Teil des E-Books „Mint geht digital“ der Stiftung Kinder forschen thematisiert die Relevanz des Erwerbs digitaler Kompetenzen. Es wird betont, wie wichtig es ist, dass sich Kinder schon im jungen Alter mit dem Gebrauch und der Funktion digitaler Geräte vertraut machen. Fragen wie folgende können in der frühen digitalen Bildung thematisiert werden:

  • Wie schalte ich ein Gerät an?
  • Was kann es aufnehmen?  
  • Kann man Bilder z.B. vergrößern?
  • Wofür dienen welche Knöpfe/Buttons/Schaltflächen?
  • Muss ich ein Kabel einstecken? Wenn ja, wo?

Der zweite Teil des E-Books „Mint geht digital“ enthält viele Praxisideen für die pädagogische Arbeit in Kita, Hort und Grundschule. Außerdem wird im E-Book immer wieder auch auf weiterführende Materialien oder Fortbildungsangebote der Stiftung forschen verwiesen, wie zum Beispiel auf das Bildungsangebot „Forschen mit Sprudelgas“, das sich schon für die Kita eignet. Hier werden Aspekte wie Dialog und sprachliche Bildung vertieft.

Das gesamte E-Book steht kostenlos zum Download bereit:

„Mint geht digital“ E-Book

Im Kita-Alltag MINT-Themen setzen

 

 

Was lernen Kitafachkräfte auf den Fortbildungen der Stiftung Kinder forschen?

Es geht zentral um die Lernbegleitung: Wie kann die Fachkraft die Fragen der Kinder aufgreifen, wie das Interesse für ein bestimmtes Thema wecken, wie lassen sich Themen didaktisch gut strukturieren? Es ist sehr praxisnah, vermittelt aber auch Hintergrundwissen. Wir haben Selbstlernkurse, Webinare, Online-Workshops und auch Angebote in Präsenz wie regionale Fortbildungen und Fachtage
(www.stiftung-kinder-forschen.de).

Wie kann eine Fachkraft, die solche Fortbildungen gemacht hat, das Thema erfolgreich in ihr Team tragen? Wie gelingt der Transfer?

Das ist eine spannende Frage. Mir fallen einige Möglichkeiten ein: Bei der nächsten Teambesprechung könnte sie ganz praktisch zeigen, was sie gelernt hat, und damit das Interesse anderer wecken und auch den Ansatz der Lernbegleitung verständlich machen. Die Fachkraft könnte auch bei der nächsten Gelegenheit eine Kollegin in die eigene Gruppe einladen, sie also durchs „Tun“ begeistern und so Verbündete in der Einrichtung finden. Und es hilft auch immer, solche Prozesse zu dokumentieren, vielleicht Plakate mit Fotos zu erstellen und so auch Eltern zu zeigen, was man macht. Auch über kleine Aktionen etwa bei einem Forscherfest kann man das Interesse von anderen wecken und den Ansatz greifbar machen: Es geht bei unserem Ansatz nicht einfach ums Rechnenlernen, sondern vielmehr um das Fördern einer forschend-lernenden Haltung.

Funktioniert frühe MINT-Bildung in Zeiten von Personalmangel oder muss es doch bei einem gelegentlichen Experiment in der Forscherecke bleiben?

Ich bin überzeugt davon, dass das es trotzdem geht. Wenn wir MINT-Bildung nur als Forschen in der Forscherecke begreifen, ja, dann kann unter den aktuellen Bedingungen die Zeit dafür fehlen. Aber MINT ist mehr als nur Experimente machen. Gute MINT-Bildung begegnet uns in ganz alltäglichen Situationen. Es bedeutet, sich auf die Fragen der Kinder einzulassen und in einen Dialog zu treten. Es braucht ein Bewusstsein dafür, wo sich in kleinen, alltäglichen Situationen Gelegenheiten dazu bieten und was man fördern möchte.

MINT-Bildung ist demnach mehr als die reine fachliche Auseinandersetzung mit einem Phänomen.

Absolut! Mindestens genauso wichtig, wenn nicht wichtiger ist all das, was das Kind dazu befähigt, selbstständig zu lernen, gemeinsam mit anderen Wissen zu konstruieren. Fachkräfte können niederschwellig anfangen, es braucht vor allem diese Haltung und Bereitschaft, sich auf die Fragen der Kinder einzulassen und mit ihnen gemeinsam zu lernen. Darin liegt so viel Potenzial.

Die Fragen stellte Stefanie Richter

 

12 Goldene Regeln zum Forschen mit Kids

  1. Das Kind steht im Mittelpunkt.
  2. Wecken Sie die Freude am Forschen – schaffen Sie eine angstfreie, zum Forschen anregende Atmosphäre.
  3. Gestalten Sie den Forschungsprozess gemeinsam mit den Kindern. Überlassen Sie den Kindern – soweit möglich – die Führung.
  4. Kinder lernen leichter voneinander als von Erwachsenen.
  5. Seien Sie Vorbild: Sie müssen nicht alles erklären können. Aber Sie wissen, wie Sie gemeinsam mit den Kindern Antworten finden können.
  6. Lassen Sie Fehler zu, denn jeder Fehler trägt zum späteren Erfolg bei.
  7. Machen Sie sich ein Bild von den Vorerfahrungen der Kinder.
  8. Helfen Sie den Kindern, den nächsten Schritt zu tun, um ihren Erfahrungshorizont zu erweitern.
  9. Reflektieren Sie mit den Kindern, was sie aus dem Versuch gelernt haben. Machen Sie den Kindern bewusst, dass und wie sie dazugelernt haben.
  10. Stärken Sie das Selbstbewusstsein der Kinder: „Wie können wir uns unsere Frage selbst beantworten?“
  11. Begeistern oder verblüffen Sie die Kinder, sorgen Sie für Motivation.
  12. Ermöglichen Sie den Kindern, eigene Erfahrungen zu machen.

Aus: Kinder erforschen Sicherheit und Gesundheit (DGUV/UK Rheinland-Pfalz)

Forscheridee fürs Frühjahr

Was wächst denn da?

Du brauchst:

  • leere Marmeladengläser – für jede Samensorte eins
  • Küchenpapier
  • Wasser
  • Samen unterschiedlicher Pflanzen, z.B. Bohnen und Sonnenblumen

Feuchte das Küchenpapier gut an und fülle es bis oben in die Gläser. Lege drei bis vier Samen jeweils einer Pflanze zwischen Glaswand und Papier. So kannst du gut beobachten, was mit den Samen passiert. Stelle die Gläser an eine warme und helle Stelle. Das Papier darf nicht austrocknen.

Jetzt brauchst du Geduld. Du wirst sehen, dass sich die Samen in den nächsten Tagen verändern: Sie werden praller, reißen auf, es bilden sich erste Wurzeln und Blätter. Wenn aus dem Samen eine richtige Pflanze mit grünen Blättern geworden ist, solltest du sie in Erde umtopfen.

 

Hinweise für die pädagogischen Fachkräfte

Die Samen speichern in ihrem Innern alles, was sie für die erste Phase des Wachstums benötigen. Deshalb müssen die Samen am Anfang nicht in Erde gelegt werden, es reicht feuchtes Papier. Sie können einige Gläser an dunkleren oder kühleren Stellen aufbewahren – die Kinder können dann sehen, dass Temperatur und Lichtverhältnisse bei der Entwicklung des Samens eine Rolle spielen. Lassen Sie sie Vermutungen anstellen und das Experiment auch verändern. Seien Sie hier offen für die Anregungen und Fragen der Kinder.

Ideen:

  • Wie viele Samen sind in einer Packung? Sind die Samen gleich groß und gleich schwer?
  • Wann passiert was?
  • Welche Samensorte keimt am schnellsten?
  • Länge der Keimlinge messen und vergleichen (einer Sorte, Sorten untereinander)
  • Temperatur messen an verschiedenen Standorten
  • Dokumentieren (Fotos, aufmalen, auf Maßband markierenà welche Ideen haben die Kinder?)

 

Sicherheitshinweise

Achten Sie darauf, dass die Keimgläser sicher stehen und nicht herunterfallen können. Anstelle von Marmeladengläsern können sie auch klare, durchsichtige Plastikgefäße benutzen.

Nutzen Sie nur Samen von Pflanzen, die für Kinder völlig unbedenklich sind. Es eignen sich zum Beispiel Bohnen, Erbsen, Mangold, Sonnenblumen, Kapuzinerkresse, Kichererbsen. Es eignen sich auch Getreidekerne. Die Samen sollten groß genug sein, damit man die täglichen Veränderungen gut beobachten kann.

 

Diese Bücher passen gut zu dem kleinen Forscherprojekt

Schau mal, ich wachse (Usborne Verlag) – ab 2 Jahren

In Jakobs Garten wächst was (Beltz) – ab 3 Jahren

Kasimir pflanzt weiße Bohnen (Oetinger) – ab 4 Jahren

Mias Bohne (Sauerländer) – ab 5 Jahren

Wir entdecken die Pflanzen (Ravensburger) – ab 4 Jahren

Die kleinen Forscher verlassen das Haus

Nach 17 Jahren ändert das „Haus der kleinen Forscher“ seinen Namen. Deutschlands größte Fortbildungsinitiative für Kita, Hort und Grundschule heißt ab sofort „Stiftung Kinder forschen“.

Damit reagiert die Stiftung auf die zahlreichen Entwicklungen, die nicht nur sie selbst, sondern die Bildungslandschaft insgesamt in den vergangenen Jahren gemacht hat. Das Ziel bleibt auch mit neuem Namen das gleiche: die Förderung von Kompetenzen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung bei Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren.

„Die MINT-Bildung haben wir erweitert auf MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sowohl die Stiftung als auch ihre Netzwerkpartner bieten jetzt Fortbildungen in Präsenz und digital an“, sagt Prof. Jürgen Mlynek, Stiftungsratsvorsitzender und Mitgründer der Stiftung Kinder forschen. „Gleichzeitig ist die Grundüberzeugung immer die gleiche geblieben: Alle Kinder sollen Freude am Entdecken und Forschen entwickeln, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion und Einkommen der Eltern und genau das soll der Name ‚Stiftung Kinder forschen‘ noch stärker zum Ausdruck bringen.“

Kern der Arbeit der Stiftung Kinder forschen ist ein umfangreiches und bundesweites Fortbildungsprogramm, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte fit macht, Kinder qualifiziert beim Entdecken und Forschen zu begleiten. Seit der Gründung im Jahr 2006 haben die Stiftung und ihre Partner deutschlandweit rund 86.000 pädagogische Fach-, Lehr- und Leitungskräfte aus mehr als 35.100 Einrichtungen weitergebildet. Bereits 6.000 Kitas, Horte und Grundschulen sind für ihr Engagement in der frühen MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung zertifiziert.

Quelle: https://www.stiftung-kinder-forschen.de/de/ueberuns/presse/pressemitteilungen/haus-der-kleinen-forscher-heisst-jetzt-stiftung